Erschienen im "Der Landbote" 17.6.2007

 

Ältere Arbeitnehmer gesucht!

 

Im Bewusstsein, dass ältere Mitarbeiter einen grossen Erfahrungsschatz, fundierte Fachkenntnisse und eine grosse Stabilität haben – wäre es doch denkbar, in Zukunft vermehrt Inserate zu lesen, die ältere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen suchen.

 

Das würde längerfristig uns allen gut tun, denn niemand bleibt " jung und dynamisch" – Wörter, die man so oft in den Inseraten liest, sondern wir alle werden älter.

 

Älter werden im Beruf würde dann mehr mit Respekt vor dem Wissen und den Erfahrungen verbunden, als mit der Angst, die wir heute kennen, "ab 50 hast du Probleme, eine neue Stelle zu finden". Über 50-jährige Mitarbeitende, ja oft sogar über 45-jährige Mitarbeitenden sind auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt.

 

Altere Arbeitnehmer stellen in der Schweiz ein unzureichend genutztes Potential des Arbeitsmarktes dar. Der weitgehende Verzicht auf die Arbeitkraft älterer Menschen bedeutet den Verlust an Erfahrung und Know-how und damit einen Verlust von Wachstumschancen.

 

Die Arbeitslosenquote der 45-60-Jährigen ist in der vergangenen Zeit stärker angestiegen als bei den anderen Altersgruppen

 

Da den Unternehmen bedingt durch diesen demografischen Wandel immer weniger junge Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen, wird sich der Anteil der älteren Mitarbeiter in den Unternehmen ständig erhöhen.

 

Schaut man auf das Alter der Direktoren, der Politiker und Führungskräfte, so ist die Altersgruppe der über 50-jährigen stark vertreten und es käme niemandem in den Sinn, deren Fähigkeiten anzuzweifeln.

 

Schon seit Jahrzehnten bahnen sich in der Folge von Geburtenrückgang und Anstieg der Lebenserwartung jene Strukturverschiebungen im Altersaufbau unserer Gesellschaft an, die heute als "demographischer Wandel" bezeichnet werden. Noch machen sich wenige Arbeitgeber Sorgen um die Altersentwicklung ihrer Mitarbeitenden. Die grössten demographischen Auswirkungen werden in den nächsten Jahren zum Tragen kommen. Ein starker Anstieg der Altersgruppe der 45-bis unter 60-jährigen und ein kontinuierlicher Anstieg der über 60-Jährigen und Älteren kommt in den nächsten Jahren auf uns zu.

 

Der Zustrom jüngerer Nachwuchskräfte wird dünner. Das Schwergewicht verlagert sich auf die über 50-Jährigen. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur die Schweiz sondern alle entwickelten Industrieländer.

 

Wer in den letzten 15-20 Jahren nur "Platzhalter" ist, sich auf die Pensionierung ausrichtet und einfach noch auf möglichst bequeme Art und Weise den Berufsalltag bewältigt, ist wenig motiviert und engagiert. Diese Haltung bringt weder ihm noch dem Unternehmen etwas. Oft haben sich solche Mitarbeiter an die guten Rahmenbedingungen gewöhnt und trauen sich einen Wechsel nicht zu.

 

Vorurteile wissenschaftlich widerlegt.

 

Ein älterer Mitarbeiter ist stressanfälliger, neuen Herausforderungen weniger gewachsen, geistig unbeweglicher, weniger lernfähig – so lauten die Vorstellungen über ältere Mitarbeitende.

 

Im Alter baut das Gehirn ab, man wird automatisch vergesslich ist falsch. Mit hundert Jahren hat man noch 97% intakte Gehirnzellen. Wenn der Geist im höheren Alter, ab 70 Jahren abbaut, dann liegt das ganz überwiegend an Störungen der Hirndurchblutung. Beidem kann man in den meisten Fällen wirksam begegnen, nämlich durch körperliche Bewegung, Verzicht auf Rauchen und gesunde Ernähung. Die moderne Hirnforschung hat bewiesen, dass die Lernfähigkeit und Beweglichkeit im Alter nicht abnehmen, vorausgesetzt, das Gehirn wird ständig herausgefordert.

 

Wichtig, dass sich jedes Unternehmen schon heute durch eine zukunftsgerichtete Personal- und Weiterbildungspolitik frühzeitig auf die veränderten Altersstrukturen der Belegschaften einstellt.

 

Die Potenziale der aktuell Älteren sollten differenziert wahrgenommen und gefördert werden, da diese Mitarbeitenden vielfach die Leistungsträger des Unternehmens darstellen.

 

Grössere Unternehmen bieten Standortbestimmungsseminare für ältere Mitarbeitende an, um einerseits das grosse Know-how von Mitarbeitenden zu erhalten und rechtzeitig auftauchende Probleme zu lösen.

 

Bei solchen Seminarien geht es darum, die Arbeits- und Lebenszufriedenheit der Mitarbeitenden neu zu definieren und zu gestalten.

 

Eine Win-win-Situation kann so für das Unternehmen und die Arbeitskräfte entstehen.

 

Marianne Helbling, dipl. Berufs- und Laufbahnberaterin in Rapperswil bietet Standortbestimmungsseminare und Einzelcoachings und spezielle "Midlife Power Seminare für Firmen" an. Nächstes Laufbahnseminar für Einzelpersonen: 7./8.1. und 28./29.1.2005.

 

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